Mountain Yoga Festival St. Anton | OM der göttliche Klang, der einem das Glück lehrt
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OM der göttliche Klang, der einem das Glück lehrt

In meiner Ausbildung zur Yogalehrerin lehrte man uns, OM spiegle den kosmischen Klang wieder und das ganze Universum beruhe auf seiner Vibration.

Ermm… what?

 

 

Das war zumindest mein erster Gedanke und bei Nachfrage: „OM ist das umfassendste und heiligste Mantra und sei sowohl ein Symbol der Form als auch des Klanges und bezeichne die Gegenwart des Absoluten“.

 

Okay.

 

Hä?

 

Später wurde mir klar, dass die Energie, die von OM ausgeht, schwer objektiv zu erklären ist und gut gemeinte Erklärungen oft in spirituellen Kauderwelsch abdriften. Da überlässt man das Ganze lieber den Profis: Science knows best!

 

An der Universität Madison-Wisconsin wurde in einer Studie mit Hilfe von Hirn-Scans festgestellt, wie sich OM-Meditation auf das Gehirn von Mönchen auswirkt. Der Studienleiter, Richard Davidson, stattete die Schädel von acht Mönchen mit Messfühlern aus, um deren Hirnwellen zu registrieren. Die Ergebnisse zeigten, dass eine der gängigsten Meditationsanweisungen: „An nichts zu denken“, oder „das Hirn ruhen zu lassen“, in eine gegengesetzte Richtung geht. Meditation lässt das Gehirn nämlich nicht zur Ruhe kommen, sondern regt es zur Höchstleistung an und geht mit tiefgreifenden Veränderungen in der Gehirnstruktur einher. Der US-Wissenschaftler habe in zwei Jahrzehnten Forschung noch nie eine so hohe Aktivität im linken Stirnhirn gemessen. Dieses Areal hält wohl die negativen Emotionen in Schach und hebt folglich unsere Stimmung – macht uns glücklich und zufrieden. Davidson geht noch weiter und bezeichnet Glück als eine Fertigkeit, die sich lernen und üben lässt – wie ein Musikinstrument.

 

Klingt wohl einfacher als es tatsächlich ist: Die Mönche haben in Summe in den letzten 40 Jahren um die 50.000 Stunden Meditation hinter sich gebracht. Das sind dreieinhalb Stunden täglich – ein Teilzeitjob quasi. Wer hat schon ein asketisches Mönchsleben zum Vorbild? Auch gar nicht notwendig. Meditation wird gemeinhin immer mit im Schneidersitz verweilenden Yogis assoziiert, die sich keinen Millimeter rühren – Handrücken an den Knien, Daumen und Zeigefinger berühren sich – Chinmudra. Ebenso nicht Not. Meditation kommt von meditatio und bedeutet nichts Anderes als nachdenken oder nachsinnen. Und dazu haben wir in unserem Alltag oft genug Gelegenheit. Ob beim Zähneputzen nicht gestresst durch die Wohnung zu laufen, sondern die Zahnpasta bewusst zu schmecken. Ob jede Stufe einzeln zu steigen, jeden Muskel zu spüren, den harten Boden an der Fußsohle wahrzunehmen. Ob den Laptop beim Essen zugeklappt zu lassen und bei der Geschmacksparty im Mund aktiv mitzufeiern. Die Möglichkeiten sind unendlich – die Folgen weitreichend. Schlafstörungen, Angstzustände, Aggressionen oder Depressionen sind nur ein paar Krankheitsbilder bei denen Meditation Abhilfe verschaffen kann.

 

Der Anfang scheint mühsam, es braucht eine geballte Portion Überwindung und einige Arschtritte. Aber ich verspreche euch, es zahlt sich aus und ist auf jeden Fall den 15-minütigen Aufwand wert. Also ran an die Zahnbürste, Mund auf, Augen zu – dabei kann man sich dann auch getrost das OM sparen!

 

In diesem Sinne: OM dich zum Glück!

 

Buchempfehlung: Ulrich Ott, Meditation für Skeptiker: Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst.

 

 


 

Quelle: http://news.wisc.edu/brain-scans-show-meditation-changes-minds-increases-attention/

 


 

Autorin:

Sophie ist begeisterte Yogalehrerin und unsere Social Media Redakteurin.

Wann immer es ihr möglich ist, genießt

sie die Natur.



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