Mountain Yoga Festival St. Anton | Was Musik mit meinem Organismus macht. Oder wie man sich gesund hört.
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Was Musik mit meinem Organismus macht. Oder wie man sich gesund hört.

Musik ist viel mehr als ein schöner Zeitvertreib. Sie mobilisiert das Gehirn, wirkt sich auf den Herzschlag aus, verändert Atemfrequenz, wie auch Muskelanspannung und produziert Glückshormone. Die Klänge wirken auf die Nebenniere und die Hypophyse. Ein heilsames Wundermittel, das Freude bereitet und uns in seinen Bann zieht. Das allein ist schon Grund genug, um am diesjährigen Mountain Yoga Festival St. Anton einen Fokus auf Klänge zu legen.

 

Musik als Ausdruck kosmischer Naturgesetze?

Es gibt wohl nur wenige Dinge, die uns auf so einfache Weise mit Glück erfüllen können, die derart präsent sind und einen so großen Einfluss auf unser Leben haben wie Musik. Seit einiger Zeit nutzen auch Ärzte, Therapeuten und Pädagogen die Macht der Klänge: Musik kann Schmerzen lindern, Erinnerungen wachrufen, psychische Barrieren überwinden und Kommunikation ermöglichen. Doch woher kommt der unwiderstehliche Sog, den Musik auf den Menschen hat?

Musik wirkt auf verschiedenen Ebenen, sie hat einen direkten Zugang zu Emotionen und so zu unserem Gefühlszustand. Musik ist so alltäglich und vertraut, dass wir uns eine naheliegende Frage oft überhaupt nicht stellen: Wie kommt es eigentlich, dass Menschen seit Anbeginn komplizierte Muster aus Schallwellen erschaffen? Dass Töne zu Musik werden, ist der Verdienst einer enormen Analyseleistung des Gehirns: Es ordnet ein kompliziertes Gemisch aus Schallwellen einzelnen Instrumenten und Stimmen zu und erkennt darin musikalische Phrasen und Motive.

 

Das Gehirn schwingt in Resonanz.

Um etwas besser zu verstehen, was sich da genau abspielt, hier ein kurzer Ausflug in unser Gehirn. Das Großhirn besteht aus zwei Gehirnhälften – der rechten und der linken Hemisphäre. Beide Hälften produzieren Wellen in unterschiedlichen, aber zyklischen Mustern. So weit so normal. Bei psychischen Krankheiten, wie etwa Depression, erhöht sich die Asynchronität der Gehirnwellen. So weit so abnormal. Jede Aktivität die du ausführst beeinflusst die elektrische Aktivität im Gehirn. In diesem Sinn kannst du sogar gezielt eine Synchronität hervorrufen. Die Idee dahinter nennt sich Hermisphärensynchronisation und bezeichnet die künstliche Angleichung der Taktfrequenz. Auch bestimmte Töne können diese Synchronität beeinflussen. Dazu später mehr. Wegen ihrer stimmungsaufhellenden Wirkung wird Musik sogar als Mittel zur systematischen Behandlung von Depressionen erprobt. Eine Studie der National Universtiy of Singapoor hat beispielsweise gezeigt, dass Menschen in Altersheimen weniger unter Depressionen litten, wenn ihnen eine halbe Stunde am Tag ihre Lieblingsmusik vorgespielt wurde.

 

Musik als Glücksbote

Hast du dich schon mal gefragt, warum dir ein schönes Lied Gänsehaut bereitet? Dafür gibt es zwei Gründe. Einer ist, dass das limbische System im Gehirn durch die Musik angeregt wird. Der andere ist, dass Musik bestimmte Lebensereignisse besonders gut abspeichert und so Situationen im Gehirn, mit den jeweiligen Klängen kodiert werden – schöne Musik führt so zu schönen Erinnerungen. Unterstützt wird die These von Musik als Glücksbote durch eine Studie an der kanadischen McGill University. Dort konnte dieses Gänsehautgefühl mithilfe bildgebender Verfahren im Gehirn sichtbar gemacht werden. Die Studie zeigte, dass eben in Momenten der absoluten musikalischen Hingabe das Gehirn mit Dopamin regelrecht überflutet wird. Eine Welle des Glücks, auf der unser Gehirn surft.

 

Binaurale Beats – unruhige Ruhe

Ein Instrument um Synchronität durch äußere Einflüsse hervorzurufen, nennt sich Binaurale Beats. Das Prinzip dahinter ist schnell erklärt: Dein rechtes und dein linkes Ohr wird mit Tönen in unterschiedlicher Frequenz beschallt. Der Frequenzunterschied muss minimal sein und so entsteht der Eindruck eines weiteren Tons. In der Physik wird das Schwebung genannt: zwei eng nebeneinanderliegende Töne, die gleichzeitig abspielen, überlagern einander. Durch die Reibung der Schallwellen werden die Schwingungen hörbar und ein Beat entsteht in unserem Gehirn. Eine akustische Täuschung.

 

Swing along!

Gehirnwellen sind Schwankungen der elektrischen Spannung im Gehirn. Abhängig davon, in welchem Zustand du dich befindest, schwingen deine Gehirnwellen in unterschiedlichen Frequenzbändern (siehe Graphik). Theoretisch versetzt die Synchronität dein Gehirn in einen Thetawellenzustand, der auch bei Meditation oder leichtem Schlaf gemessen werden kann. Warum also nicht durch äußere Reize dem Körper helfen, ihn in einen meditativen Zustand zu versetzen? Genau das probieren wir hier. Eine kleine Abkürzung zur Bewusstseinserweiterung?! Einen Versuch ist es allemal wert.

Abb 1.: Menschliche Gehirnwellen und ihre unterschiedlichen Stadien.

Durch die Binauralen Beats wird das Gehirn in einen Thetawellenzustand versetzt.

 

Meditationsanleitung:

Im Newsletter, wie auch auf der Homepage findet ihr einen Link zu Binauralen Beats.

  • such dir einen angenehmen Ort und komme in eine gemütliche Position
  • du solltest die Playlist nicht hören, wenn du etwas tust, dass deine Aufmerksamkeit oder Konzentration erfordert.
  • nutze die Beats, um dich zu entspannen, deinen Verstand zu klären, deine Kreativität in Gang zu setzen oder Probleme zu lösen
  • setze dir Stereo Kopfhörer auf. Das ist essentiell, denn die Frequenz wird tatsächlich im eigenen Gehirn produziert und entsteht nur dann, wenn jedes Ohr eine leicht unterschiedliche Frequenz erhält. Liegt die Differenz unter 30Hz, so ist dein Gehör nicht in der Lage, zwei unterschiedliche Töne zu hören
  • dein Gehirn benötigt ungefähr sieben Minuten, um sich anzupassen und sich mit der Audiostimulation zu synchronisieren
  • schließe deine Augen
  • nimm ein paar tiefe Atemzüge, träum dich in die Tiroler Bergwelt – an eine schöne Wiese mit leichter Brise und duftenden Blumen.
  • gib dich den Tönen hin und verbleibe etwa 20 Minuten, um den größtmöglichen Nutzen aus der Übung zu ziehen

 

Schenk dir ausreichend Zeit für die Erfahrung

Hast du das Gefühl es funktioniert nicht gleich beim Ersten Mal, dann sei geduldig. Das Training und die Entwicklung benötigen Zeit. Dein Gehirn und deine Verhaltensmuster müssen sich erst an die neuen Zustände gewöhnen. Denk zurück an deinen ersten herabschauenden Hund – von wegen Ruheposition! Es sind nicht die Positionen, oder die Meditation die leichter werden, sondern dein Körper und Geist der stärker wird.

 

Keep on listening and let your brainwaves swing!

 


Link zu Binaurale Beats: https://www.youtube.com/watch?v=Mgwd_3k3pOw



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